06.02.20212
Wie stehen unsere Bürgermeisterkandidaten zu den sicherlich unvermeidlichen Gebührenerhöhungen?
/  Haushaltwahrheit und Folgerungen für den Marktflecken
von Jürgen Schmidt

Seit Wochen wird über den Haushalt 2012 diskutiert. Die Aussagen der Bürgermeisterkandidaten zu Sparanstrengungen bleiben im Nebel, im Unverbindlichen. Zur Erläuterung weitere Fakten aus dem Haushaltsentwurf:

Haushaltsklarheit an ausgewählten Beispielen

Einer der größten „Brocken“ im Haushalt ist der Bereich Kinder-/Jugend- und Familienhilfe. Konkret geht es hier zu 90% um unsere Kindergärten. Die Darstellung der relevanten Zahlen und weitere Hintergrundinformationen schaffen zunächst „Klarheit“:

(Anmerkung: Wichtig sind nicht genaue Zahlen, sondern Größenordnungen!)

Stand: 2011 in €

Einnahmen

Ausgaben

Anzahl
Kinder

Defizit

Kinder-/Jugend- u. Familienhilfe

454.740

1.266.325

 

-811.585

davon:

 

Villmar - Kirche -

60.000

247.000

37

-187.000

"Villa Kunterbunt", Villmar

149.000

302.000

37

-153.000

"Kleine Raupe", Aumenau

133.000

277.000

64

-144.000

"Spatzennest", Seelbach

58.000

155.000

24

-97.000

"Unterm Regenbogen", Weyer

50.000

181.000

32

-131.000

Summe

450.000

1.162.000

194

-712.000

            Die Anzahl Kinder wird für Mitte 2012 als „Ist im Kindergarten“ ausgewiesen

Der Differenzbetrag geht in die Unterhaltung der Kindergartengebäude, Unterhalt Spielplätze, Jugendräume, etc.

Feststellung: Unsere Kindergärten sind – bei den aktuellen Kindergartengebühren – massiv defizitär!
Die Veranschlagung im Haushalt 2012 soll sogar auf – 922.000,- € (der Bereich soll weitere Schulden machen) steigen. Dies sind dann 75% der geplanten Neuverschuldung von 1,24 Mio. € im Ergebnishaushalt.
Daraus abgeleitete Haushaltswahrheit
Die Bereitstellung von Kindergartenplätzen ist eine Kernaufgabe der Gemeinde. Dies ist sicherlich unbestritten. Grundsätzlich stellt sie aber eine Dienstleistung dar, die angemessen durch den „Konsumenten“ zu vergüten ist. Aber nur wie? Sicherlich ein heikles Thema, weil auch viele Auflagen zu berücksichtigen sind.

Folgerungen für den Marktflecken

Im Gemeindevorstand wird aktuell über eine neue Gebührenordnung diskutiert. Tatsache wird sein, dass die Gebühren steigen. Im Haushalt 2012 findet sie aber noch keinen Niederschlag.

Die UFBL hat eine einkommensabhängige Gebührenbemessung vorgeschlagen. Wer sein Kind zur Betreuung (Leistung) gibt, dadurch Einkommen erzielen kann, sollte eine entsprechende Gegenleistung als Steuerzahler beitragen, oder? Kindergeld und steuerliche Kinderfreibeträge werden ja auch gerne genommen.

Wie stehen unsere Bürgermeisterkandidaten zu den sicherlich unvermeidlichen Gebührenerhöhungen