30.01.2012 Kosten sparen durch gute Ideen und Zusammenarbeit
von Ulrich Aumüller
Foto v.r.: Bürgermeisterkandidat Ulrich Aumüller, der ehemalige Förster Kurt Walter, Revierförsterin Nadine Ströbele, Forstwirt Peter Fogeborg und weitere Besucher
Eine Ortsbesichtigung mit interessanten Gesprächen hat der Bürgermeisterkandidat Ulrich Aumüller am Gemeindebauhof durchgeführt. „Bisher habe man von Konkurrenten in erster Linie Vorschläge für neue Ausgabepositionen lesen können, viel notwendiger seien jedoch Ideen, wie man auch die Fixkosten reduzieren könne. Hierfür brauche man auch mitdenkende und innovative Mitarbeiter.“
Kreisweit erste und einzigartige Idee: Forstbetriebswerkstatt
Ein Beispiel dafür ist die vor mehr als drei Jahrzehnten in Villmar eingerichtete Forstbetriebswerkstatt. Die Revierförsterin Nadine Ströbele und insbesondere ihr Amtsvorgänger Kurt Walter, der Initiator der kreisweit so ersten und einzigartigen Einrichtung- erläuterten die Entstehung und die Vorteile. Auch während Schlechtwetterzeiten sind die Mitarbeiter des Forstes in der Werkstatt produktiv tätig und fertigen z.B. verschiedene Produkte aus Holz, wie Bohlen für Einfassungen, Bänke, Tische oder auch Hinweisschilder für die Gemeinde und zum Teil auch für heimische gemeinnützige Vereine. So werde keine Zeit und Arbeitskosten vergeudet- sondern die Effizienz gesteigert und Werte für die Gemeinde geschaffen.
Interkommunale Zusammenarbeit wird im Forstbereich erfolgreich praktiziert
Im Wald gibt es seit langem eine gut funktionierende interkommunale Kooperation mit allen Kommunen des Forstamtsbezirkes und teilweise darüber hinaus, konnte die Försterin und Ulrich Aumüller, der seit Jahren auch für den Stadtwald Limburg dienstlich zuständig ist, berichten. Zum einen nutzen sowohl die Stadt Limburg als auch die Gemeinde Villmar im gemeinsamen Revier das „Know-How“ und die qualifizierte Unterstützung des Forstamtes Weilmünster und der Revierförsterin. Es sei richtig gewesen – nach der Forstreform nicht den umgekehrten Schritt zu gehen und einen gemeindeeigenen Mitarbeiter einzustellen, wie andernorts in der Diskussion, dies wäre viel teurer gekommen. Zu anderen werden die Forstwirte und Maschinen je nach Bedarf in allen angeschlossenen Gemeinden gezielt eingesetzt. Da Forstwirte z.B. nur zu Zweit im Wald arbeiten dürfen wird auch so Leerlauf vermieden. Im Falle eine Windwurfes
ect. könnte so sehr schnell das Personal kurzfristig aufgestockt werden. Arbeitskräfte und Maschinen werden nach definierten Abrechnungssätzen gegenseitig vergütet. Aber auch
intrakommunale Zusammenarbeit gibt es, Frau Ströbele berichtete, dass je nach Bedarf Forstwirte auch den Bauhof unterstützen.
Dieses Verfahren sei seiner Meinung nach durchaus auf andere Bereiche der Gemeindeverwaltung und des Bauhofes übertragbar und sollte in allen Gebieten geprüft werden um die Effizienz zu steigern und Personal- und Sachkosten einzusparen, so das Fazit von Ulrich Aumüller.
Der Vorschlag unseren gewinnbringenden Wald zu verkaufen rief im Übrigen bei den Anwesenden nur Kopfschütteln hervor.